Kohlenstaub Geschichten

Nur sechs Kilometer von mir entfernt in einem Dorf ist ein altes Kohlebergwerk. Anfang der 80iger Jahre wurde es geschlossen nachdem es Jahrhunderte eine ganze Region und ihre Familien ernährt hat. Auch ich wuchs durch die Nähe zu diesem Stollen mit dieser Tradition auf. Den Anfang nahm der Bergbau hier bereits im Jahre 1670 und unzählige Geschichten aber auch Tragödien hängen an diesem Bergwerk und den Dorfbewohnern. Im Jahre 1943 zb. starben über 100 Männer unter Tage nach einer Schlagwetterexplosion im Schacht und einige alte Menschen hier in der Gegend erinnern sich noch an diesen Tag.

Heute erinnert ein Förderturm mit 47 Metern Höhe an diese Zeit und ein Museum mit seinem 160 Meter langer, unterirdischer Schaustollen unter welchen extremen Bedingungen die Leute dort ihr Brot verdienten. Die Führungen durch den Stollen u.d Museum werden noch teilweise von ehemaligen Bergleuten durchgeführt, die so manche interessante Anekdoten zu erzählen haben.

Als ich die Bilder aufnahm fiel sofort diese unglaubliche Stille rund um diesen Turm auf. Kein Mensch weit und breit. Nur das klicken der Kamera, ein Eichhörnchen das über die Stahlträger turnt und Vögel die diesen Turm bewohnen. Und man denkt an die unzähligen Menschen, Familien und Schicksale rund um den Stollen und den Kohlestaub.

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22 Kommentare zu “Kohlenstaub Geschichten

  1. Hallo Michaela,
    ich kann mir sehr gut vorstellen, das man dort eine merkwürdige Stimmung vorfindet.
    Es ist keine Geisterstadt, haha, aber vielleicht doch eine Art Geisteranlage?
    LG Heidi

  2. Ich habe oft das Gefühl, gerade in solchen Gegenden, das es ausgesprochen ruhig ist. In der Lausitz gibt es einen Übertagebau, dort ist noch die Fördermaschine zu besichtigen, da kann es mir auch so vor.
    Eindrucksvoll, unter welchem Bedingungen dort gearbeitet wurde…
    Viel Spaß morgen!
    Gruß Andrea

    • Ich denke mal das ist wirklich so das es „hartes Brot“ war das man sich so verdiente. Auch für die Familien wenn Väter, Söhne, Brüder Tag für Tag in Gefahr waren …
      Geschichtlich sehr interessant diese Zeit finde ich.

  3. solche Industrieruinen sind irgendwie schaurig und doch interessant..
    ich war 2x in Oberösterreich in einer solchen stillgelegten Anlage mit riesigem Beton-Kohlebrecher bei open-air Theater, sehr beeindruckend, und die Stücke von Franzobel waren sehr passend für den Ort…
    lg

    • Das stimmt, es ist irgendwie beängstigend und doch spannend.
      Oh ja für ein Open Air bzw Freiluft Theater stelle ich mir das super vor! 🙂

  4. ich finde deine Bilder und Informationen sehr interessant – auch die Beschreibung der Atmosphäre. Ich kann mir richtig vorstellen an dem Ort neben dir zu stehen.

    Herzliche Grüße von Heidi-Trollspecht

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