Ausflug in die Raucher Fraktion

exraucherHeute jährt sich zum dritten mal meine Entscheidung eine letzte Zigarette in den Aschenbecher zu drücken. 27 Jahre lang war ich Raucherin und ja, ich habe gerne geraucht! Irgendwie verbindet man eine Zigarette mit Stressabbau, Genuß und entspannen. Jeder Versuch sich in Sachen Nikotin zu entwöhnen scheiterte und man redete sich ein, egal, andere Leute rauchen auch und werden 90 jahre alt!

Aber zurück zum Anfang. Juni 2012. Ein Dachterrassencafe, Cappuchino und eine Mädelrunde. Das Thema rauchen wird heiß diskutiert und irgendjemand wirft in meine Richtung: „aufhören, so richtig? Das schaffst du nie!!!“ Wer mich ein bisschen besser kennt wird meine Reaktion auf so eine Ansage kennen.“Wetten das ich DAS schaffe?“ Gesagt getan, um drei Uhr morgens saß ich im Wohnzimmer an meinem Schreibtisch, rauchte langsam und genüßlich eine Zigarette und legte die halbvolle Packung sowie das Feuerzeug in eine Schreibtischschublade.( Nur zur Sicherheit, man weiß ja nie, villeicht?…)

Tatsache ist, ich bin nun mal nicht aus dem Stoff aus dem Superhelden gemacht sind, die ganz easy und locker mal eben 27 Jahre blauen Dunst verschwinden lassen. Ganz ehrlich? Es war meine kleine, private Hölle in den ersten Tagen. Wenn ich nicht vor versammelter Mannschaft so große Töne gespuckt hätte das ich das schaffe, ich denke ich wäre wieder schwach geworden. Nach ca. einer Woche wurden die Gedanken an die heißbegehrte Zigarette weniger, ich merkte nach so vielen Jahren wie Geruchs und Geschmackssinn langsam wieder intensiver wurden und irgendwie fing ich an zu genießen. Die rauchfreie Wohnung, kein Nikotin Geruch mehr in Klamotten und Auto, intensiver zu atmen und zu leben. Nach sechs Monaten landete die halbvolle Zigarettenpackung inklusive Feuerzeug im Müll.

Stopp, das hier ist nun kein böser Schupser in Richtung Raucher. Nein!
Im Gegenteil, ich habe für mich zwar beschlossen nie wieder rauchen zu wollen, freue mich über drei Jahre rauchfrei, bin aber auch jemand der vollstes Verständniss hat für Leutchen die zu ihrer Kippe stehen und sich diese nicht nehmen lassen. Es ist ok und völlig in Ordnung wenn Freunde und Bekannte in meiner Gegenwart rauchen, wenn sich zum Duft des Kaffees der einer Zigarette mischt. Solange man mir die Freiheit lässt meinen Kaffee ohne Zucker und Nikotin zu trinken 😉

Was für mich allerdings nicht ok ist – das sind fanatische Befürworter, Gegner u.ä. Menschen die es sich zur Aufgabe machen alles und jeden zu bekehren, Moralapostel spielen und die Weisheit der Menschheit gepachtet haben. Egal auf welcher Seite. Mit ein bisschen mehr Rücksichtnahme und verstehen auf beiden Seiten wären viele böse Diskussionen unnötig. Leben und leben lassen und das nicht nur beim Thema Raucher, nein in jeder Beziehung.

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26 Kommentare zu “Ausflug in die Raucher Fraktion

  1. Gratuliere! Ich habe aufgehört mit Rauchen als ich zum ersten Mal schwanger wurde, vor 14 Jahren. Ich bin richtig froh darüber, doch es hatte diesen Stupser gebraucht. Als ehemaliger Raucher kann ich nur sagen, das Leben ohne den blauen Dunst ist viel angenehmer. Hätte ich als Raucher nie geglaubt 😉 .
    Liebe Grüsse,
    Claudine

    • Ich habe auch das Gefühl das es sich ohne Zigarettenpackung als 24 Stunden Anhängsel leichter lebt 🙂
      Mittlerweile kann ich mir auch gar nicht mehr vorstellen Raucher zu sein. Da bewundere und freue mich zb. auch für meine Kids (25 und 21 Jahre) – beide sind Nichtraucher und haben nicht vor das zu ändern.

      Ich finde das toll das du mittlerweile 14 Jahre lang ohne Rauch geschafft hast. Ein Bekannter von mir hatte nun einen „Rückfall“ nach zehn Jahren 😮
      DAS fand ich wirklich fies nach so langer zeit :-/

      Liebe Grüße zurück! 🙂

  2. Klasse Leistung. Bei mir jährt es sich dieses Jahr zum 20. mal. Bei mir war es eine bewußte Entscheidung und in meiner Gegenwart darf geraucht werden. Ich bin der Meinung leben und leben lassen. Nur in meiner Wohnung und beim Essen möchte ich es nicht.
    Also bleibe weiterhin abstinent 😉
    Liebe qualmfreie Grüße aus dem Norden
    Tina

    • Wow…20 Jahre, das ist toll!
      Tina, bei mir ist das auch so, ich bin nicht zum Nikotin Hasser geworden. Ich habe kein Problem in einer Raucher runde zu sitzen oder zu stehen. Wie du auch sagst , so ist es bei mir auch, ich genieße aber mittlerweile meine „rauchfreie“ Wohnung und stehe nicht sonderlich auf Zigarettenqualm direkt über meinem Salat 😉

      • Ich bewundere das sehr wenn menschen ohne wenn und aber zu ihrem vorhaben stehen lieber Klaus. Und deine Erfahrungen sind so massiv das es auch verständlich ist wie du reagierst…

        LG, Michaela 🙂

    • Klaus, ich denke auch das so etwas sehr stark mit dem Unterbewusstsein zu tun hat und wie man sich selbst beeinflussen kann… In den ersten tagen fiel es mir unheimlich schwer auf diese Zigarette zu verzichten. Und ich hatte wirklich „Entzugserscheinungen“ im weitesten Sinne.
      Nichts desto Trotz habe ich mir immer wieder eingeredet das ich doch wahrhaftig auch ohne diese Tabakkrümel in Papier eingewickelt leben kann. Und noch heute sehe ich eine Packung Zigaretten als nichts anderes, Tabakkrümel in dünnes Papier eingewickelt 😀

      Das tut mir sehr leid mit deinem Bruder… Ich kannte auch jemanden der relativ jung an COPD (Raucherlunge) verstarb.
      Danke Klaus, alles Liebe für dich!

      • ich danke dir und weißt du, ich war 12 Jahre Raucher und mit 34 Jahren meinte der Arzt, ich sollte aufpassen wegen Durchblutungsstörungen, da kam ich nach Hause, legte die Schachtel in den Schrank und da liegt sie immer noch, es ging wirklich auf Schlag, nicht eine mehr geraucht, ich glaube, nur so packt man es

    • Das ist wirklich übel und mit leichten Durchblutungsstörungen fängt der ganze Mist erst an…Ich habe heute noch Venenprobleme (Durchblutung) die eindeutig von meinem jahrelangen Zigarettenkonsum kommen laut Facharzt… soviel zum Thema 😦

      Klaus ich bewundere deinen Entschluss und die „Härte“ mit der du dieses Laster abgelegt hast, toll!

      Lieben Gruß aus Österreich,
      Michaela 🙂

      • ich danke dir für deine Worte, ich bin eigentlich relativ sensibel, kann meinem Umfeld auch damit auf die Nerven gehen, aber eines kann ich wirklich, fasse ich einen Entschluss, ziehe ich es rigoros durch,

  3. …du prellst also seit drei Jahren deinen Staat um dringend benötigte Steuereinnahmen, und das ganze so kurz vor dem Austrittsvolksbegehren Österreichs aus der EU, das nen ich mal nen gewagtes Outing. Jetzt wäre es auch nur noch ein kleiner Schritt dich von deiner Kaffeesucht loszusagen!…Scherz. Ich selbst bin seit neunzehn Jahren rauchfrei, und bin froh um jeden Tag ohne diesen Aspekt meines Lebens. Glückwunsch zu diesen klugen Schritt und hoch die Tassen…

    MfG Ivanhoe

  4. Genau 😀 Tabaksteuer, das ist etwas das ich nicht mehr bezahle!
    -lach- Lieber Ivanhoe, du bist aber Top informiert in Sachen österreichisches Politikparkett 😀 Also meinen Kaffee nimmt mir keiner weg, aller Unkenrufen zum Trotz, der bleibt und… mein blutdruck ist völlig in Ordnung 😛

    19 Jahre eine ganz lange Zeit, das ist eine großartige Leistung das du nie wieder rückfällig geworden bist. 🙂

  5. Ich kenne dich und deine späten Raucherlebnisse (bloggen und rauchen) noch aus früheren Blogzeiten. Ich freue mich über deine „rauchfreie“ Zeit. Glückwunsch dazu. Hatte ich schon erwähnt, dass auch ich mal diesem Laster gefrönt habe? Du wirst es sicher nicht glauben aber ich habe eine Weile Pfeife geraucht und auch Zigarren. Natürlich gabe es auch die entsprechenden Zigarettenabteuer vor und nach der Schule.
    Alles Gute für dich.
    Helmut
    der mal anfragt ob du das AC/DC Konzert genießen konntest?

    • Oh Helmut, genau einen Tag davor kam ich ins KH 😦
      Und die Karten die ich hier bereits gezeigt hatte wurden von Sohnemann noch verkauft sonst wären sie verfallen :-/

  6. Herzlichen Glückwunsch!

    Ich bin nun fast 4 Monate „nichtmehrRaucher“… leider hat sich das Nichtrauchergefühl noch nicht so richtig eingestellt. Oft erwische ich mich bei dem Gedanken „Jetzt eine rauchen…“ … was ich aber nie tue. Doch ich merke deutlich das ich eigentlich eine Ersatzhandlung bräuchte, die mir etwas Entspannung verschafft. Leider habe ich das Richtige noch nicht gefunden…

    LG Stefanie

    • Liebe Stefanie,
      Du hast den Anfang geschafft und das ist der erste und schwerste Schritt! Ersatzhandlungen, das kenne ich, vor allem fiel mir auf das ich das Gefühl hatte ich müsste etwas „in den Fingern halten“
      Aber auch das vergeht nach einer Weile 🙂
      Mittlerweile kann ich total entspannt und locker sein, egal wann, wie lange und wo auch immer, nichts fehlt 😀
      Lieben Gruß zurück!
      Michaela

      • Am Anfang half mir eine sog e-Zigarette, ein Gerät wie ein Zigarettenhalter, etwas schwerer, aber ich benützte kein Nikotin, nur Aromastoffe ähnlich Rauch. Es kommt dann beim Ausatmen „Rauch“ aus dem Mund, halt etwa wie der Atem an einem kalten Wintertag.

  7. Gratuliere. Seit etwas mehr als 2 Jahren bin ich Nichtraucher, nach 34 Jahren (30-64) Rauchen, lange Zeit 60 Stück pro Tag. Anstoss zum Stop war meine schwangere Frau. Ich freue mich für unsere kleine Tochter. Für mich und für Dich und jede(n) andere(n) auch.

    • Ich finde deinen „Anstoß“ so schön…das ist doch der schönste Grund von allem wenn man so etwas aus Liebe zu seiner Familie tut.
      Mein Schwiegersohn warf auch sofort seine Zigaretten weg als der Schwangerschaftstest meiner Tochter positiv war 🙂

      Ich freue mich sehr für dich und deine Lieben! Ein wirklich toller und wichtiger Schritt den man da geht! 🙂

  8. Halte durch! Es fällt eventuell schwer ohne das geliebte, gewohnte Zigarettle… Es kommen die Pfunde auf die Rippen, trotzdem: ich war froh aufgehört zu haben.

    Gratulation und wie gesagt, bleibe dabei! 😉

    Mit sonnigen Grüßen, Heidrun

    • Liebe Heidrun,
      Ich fühle mich sehr wohl mit dieser Entscheidung und seit ich nicht mehr rauche hatte ich noch nie das Gefühl das ich eine Zigarette brauche oder möchte.
      Ich hoffe sehr es bleibt so!

      Sonnenscheingrüße zurück!
      LG, Michaela

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